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Wie von einem anderen Stern

Der Isuzu VehiCross, der bisher nur in kleinen Stückzahlen für den japanischen und den amerikanischen Markt gebaut wurde, kommt demnächst auch in Deutschland zu den Isuzu-Händlern. Unter seiner futuristischen Karosse verbirgt sich die Technik des kurzen Isuzu Trooper / Opel Monterey 3.5 V6. Die extreme zieht die Blicke auf sich, das Fahrgefühl ist jedoch ganz und gar nicht extrem.
 

 


Ausgabe 4/2000

 

Kaum zu glauben. Dieses Auto, das so futuristisch aussieht, kommt wirklich als Serienfahrzeug zu uns nach Deutschland, ganz offiziell beim deutschen Isuzu-Händler. Dabei kennt man die ausgefallenen Isuzu-Studien ja. Klar ist aber auch, dass sie nie den Weg in die Serienfertigung schaffen. Dass es ausgerechnet beim VehiCross anders sein sollte, hatte niemand erwartet. Die Überraschung war perfekt, als Isuzu verkündete, den VehiCross tatsächlich zu bauen.
Produktionstechnisch erwies sich die Herstellung der eigenwilligen Karosserie jedoch als problematisch, weshalb der Wagen bis heute nur in kleinen Stückzahlen weitgehend in Handarbeit entsteht. Gebaut wurden zunächst nur Rechtslenker, die ausschließlich auf dem japanischen Heimatmarkt zu bekommen waren. Seit einem Jahr liefert Isuzu auch Linkslenker und verkauft den VehiCross seit Frühjahr 1999 auf dem US-Markt. Das deutsche Modell ist wiederum die originale amerikanische Ausführung. Gebaut wird der VehiCross aber weiterhin nur in Japan, obwohl Isuzu in den USA eine eigene Fabrik betreibt, in der beispielsweise Amigo und Rodeo, die Schwestermodelle des Opel Frontera entstehen.
Wer mit diesem Isuzu unterwegs ist, darf sich nicht wundern, wenn andere immer wissen, wo man ist und war. Der VehiCross ist so auffällig, dass Passanten sich ständig die Hälse verrenken und sich später jeder erinnern wird, ob er Sie gesehen hat oder nicht. Dabei zeigt sich, dass die Meinungen über das Design geteilt sind: Die einen finden es Klasse, die anderen merkwürdig.
Kompromisse erfordert die Form des VehiCross vom Fahrer. Der kann hinter ihm fahrende Pkw kaum im Innenspiegel erkennen, weil das in die Hecktür integrierte Reserverad fast den kompletten Rückblick raubt. Die japanischen Modelle haben deshalb eine Videokamera an Bord, die das Geschehen hinter dem Wagen aufzeichnet und beim Einparken hilft. Im US- und Deutschland-Modell gibt es die Kamera aber nicht, so dass der Blick in die Außenspiegel reichen muss. Auch nach vorne und zur Seite ist die Übersichtlichkeit alles andere als gut.
Das futuristische Design der Karosserie setzt sich im Innenraum nur teilweise fort. Die ausschließlich in der Kombination Rot-Schwarz erhältliche Inneneinrichtung kombiniert ein sportliches Lenkrad, Verkleidungen im Carbon-Look und mutig gestylte, vor allem aber höchst bequeme Recaro-Sitze mit den bekannten Standard.Bedienelementen und Instrumenten aus bereits abgelösten Isuzu-Modellen. Die Schieberegler für Heizung und Lüftung stammen aus der ersten Generation von Amigo/Rodeo/Trooper.

 

Die Raumverhältnisse entsprechen denjenigen eines Opel Frontera Sport, vier Personen finden also ausreichend Platz. Mühsam ist nur der Einstieg nach hinten.
Technisch ist der VehiCross auf dem aktuellen Stand. Er hat den seit Sommer 1998 im Trooper/Monterey eingesetzten 3,5-Liter-V6-Motor mit Schaltsaugrohr unter der Haube, der wesentlich besser aus niedrigen Drehzahlen zieht als das frühere 3,2-Liter-Triebwerk. Eine Diesel-Variante ist nicht geplant. In Deutschland wird der VehiCross wie das US-Modell ausschließlich mit Automatikgetriebe erhältlich sein. Die Fahrleistungen können sich sehen lassen: Der Japaner zählt dank seiner 215 PS zu den gut beschleunigenden Geländewagen des Marktes, wobei er seinen ungestümen Vorwärtsdrang in der Praxis auf drei Gänge verteilt. Die lang übersetzte vierte Fahrstufe dient hauptsächlich zum Dahinrollen und hält den Spritverbrauch bei gemütlicher Fahrweise im akzeptablen Rahmen von rund 11 L/100 Km.
Das aus dem Trooper/Monterey übernommene Fahrwerk wurde für den VehiCross anders abgestimmt und zeigt sich im Gegensatz zum Trooper recht hart gedämpft, so dass man froh um die komfortablen Recaro-Sitze ist. Andererseits kann der Vehicross dank dieser Auslegung mit geringer Seitenneigung äußerst flott um Kurven gefahren werden. Die Lenkung spricht direkt an und verleiht dem kompakten Geländewagen eine ausgezeichnete Handlichkeit. Die Allradtechnik entspricht dem aktuellen Isuzu Trooper Automatik: Der VehiCross hat das “TOD” (Torque On Demand) genannte System mit elektronisch gesteuerter Lamellenkupplung, das die Antriebskraft automatisch und variabel auf die Achsen verteilt.
Im Gelände profitiert der VehiCross von seinen kompakten Abmessungen, der recht kurzen Geländereduktion, der wirksamen Hinterachs-Differentialbremse und der stattlichen Bodenfreiheit von 212 mm. Damit kommt man ganz schön weit, obgleich der VehiCross gar nicht unbedingt als hartes Off-Road-Gefährt gedacht ist. Immerhin verschränkt er ausgezeichnet, wie ja auch sein zurückhaltend aussehender Bruder, der Trooper. So kommt man auch auf zerfurchtem Terrain ausgesprochen gut voran.
Die Deutschland-Premiere des Isuzu VehiCross findet auf der Automesse AMI in Leipzig vom 8. bis 16. April statt. Im Sommer soll er dann bei den noch recht wenigen Isuzu-Händlern stehen. Isuzu Deutschland (Telefon 06031-1883) strebt einen Preis von rund 75.000 Mark inklusive reichhaltiger Serienausstattung an. Es wird zwei Farben geben: Silber und Schwarz.