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> > G e b r a u c h t w a g e n t e s t  M o n t e r e y  A  + B  3 / 2 0 0 1     << zurück

Verstoßenes Stiefkind

1992 nahm Opel den Trooper II von Konzernschwester Isuzu als Monterey ins deutsche Programm. 1998 überlegten es sich die Deutschen anders; der Monterey flog raus. Ist er gebraucht ein guter Kauf? Wir haben die Erfahrungen der Monterey-Besitzer gesammelt und geben Tipps zum Gebrauchtkauf.
 

 


Ausgabe 3/2001

 

Eigentlich war dieser Opel schon immer ein Japaner. Wie auch Opel gehört der japanische Hersteller Isuzu zum amerikanischen General-Motors-Konzern. Weil GM sich in Europa bessere Verkaufschancen versprach, wenn ein Auto nicht Isuzu Trooper, sondern Opel Monterey heißt, wurden alle Isuzu-Embleme entfernt und in Europa surch Opel-Zeichen ersetzt. Geholfen hat dies beim Verkauf in Deutschland wenig, denn der in Japan gefertigte Monterey war wegen des hohen Kurses der japanischen Währung Yen immer recht teuer. Man musste also schon einen besonderen Geschmack haben, der einen zum Monterey greifen ließ.
Doch der Japan-Opel hat objektive Vorzüge: Er ist sehr geräumig, seine Dieselmotoren sind die sparsamsten seiner Klasse, die asymmetrisch vertikal geteilte Hecktüre ist in dieser Art einmalig und er wirkt in vielen Karosseriedetails besonders solide gebaut.
Von 1992 bis 1998 gab es den Monterey A mit 3,1 TD oder 3,2i V6; Ende 1996 kam ein neues Armaturenbrett mit zwei Airbags. Von 1998 bis 1999 trat dann der Monterey B an. Er zeichnet sich durch eine 60 mm breitere Spur aus (daher die ab dann serienmäßigen Verbreiterungen an den Kotflügeln), neue Frontpartie, neue Stoßfänger sowie vor allem neue Motoren: 3.0 DTI mit hydraulicher Commonrail-Direkteinstritzung und 3,5-V6-Benziner. Seit Ende 1999 wird der Japaner auch in Deutschland wieder als Trooper von einem neu installierten Isuzu-Händlernetz verkauft - sozusagen im Originalzustand.
Über 80 % aller in Deutschland laufenden Monterey haben einen Dieselmotor unter der Haube. Die zufriedeneren sind allerdings die Benziner-Fahrer. Woran liegt’s? Vor allem an der Zuverlässigkeit. Pannen und Startprobleme gibt es bei den recht kultiviert laufenden V6-Benzinern 3.2 und 3.5 mit ihrer verteilerlosen Zündanlage so gut wie nie. Anders sieht es - wie so oft - bei den Turbodiesel-Modellen aus. Auch ohne reine Batterieprobleme gerechnet, versagten fast 15 % der 3.1-TD-Modele beim Start. Meist liegt es dann am Anlaser oder der Vorglühanlage. Selbst die maximal drei Jahre alten 3.0 DTihaben Probleme mit Anlasser sowie Vorglüh- und Einspritzanlage, die zu Startversagen (8,9 %) führen.
Bei der Pannenhäufigkeit auf freier Strecke ergibt sich ein ähnliches Bild. Die Benziner bleiben höchst selten liegen (wenn, dann wegen defektem Kühler), die Diesel wesentlich häufiger. Ursachen bei dieser Dieselpanne sind meist undichte Wasserpumpen und Kühler, streikende Turolader lahme Lichtmaschinen, Motorschäden und Schaltgetriebedefekte. Die Wasserpumpe hält in der Regel 100.000 km, die Lichtmaschine oft kaum länger. Der Turbolader verabschiedet sich bei flotter Fahrweise oft nach 150.000 km, bei Dauervollgasfahrern gibt auch der langhubige Vierzylinder vorzeitig auf, der bei schneller Autobahnfahrt unter der viel zu kurzen Gesamtübersetzung und damit unter einem deutlich zu hohen Drehzahlniveau leidet. Er dankt reduziertes Tempo mit längerer Lebensdauer.

 

Ein Leseer schaffte mit seinem 3.1 TDI immerhin 334.000 km mit dem ersten Motor, benötigte auf dieser Strecke allerdings typischerweise ein neues Schaltgetriebe, zwei Turbolader, zwei Kühler, zwei Lichtmaschinen, drei Wasserpumpen und drei Anlasser.
Ärgerlich ist überdies die Kurzlebigkeit der Auspuffanlage. Länger als drei Jahre hält sie selten. Mindestens genauso ärgerlich ist die Neigung des 3.1 TD zu Ölverlusten. Bei fast 30 % der Dieselersionen tröpfelt es, was spätestens bei der nächsten Hauptuntersuchung für Ärger sorgt und ordentlich Geld bei deer Beseitigung der Undichtigkeiten kostet. Deshalb sollte man den Stellplatz des besichtigten Diesel-Montereygenau nach verräterischen Ölflecken untersuchen.
Gut sieht es mit der Korrosionsbeständigkeit aus. Nur 7,3 % der Monterey-Besitzer klagen über erheblichen Rostbefall. Wenn, dann tritt erzuerst an den Bodenblechen auf.
Die Opel-Werksktätten erhalten vond en Monterey-Fahrern kein gutes Urteil. Nur 58 % der Fragebogen-Einsender sind mit deren Arbeitsleistung zufrieden. Der Preis für eine große Inspektion liegt nach Leserangaben bei durchschnittlich 810 Mark. Explizit werden häufig die hohen Ersatzteilpreise gerügt, die Opel beim Monterey berchnet.
Bei der Auswertung der Fragebögen fällt auf, dass das Faahrzeug-Image stets unter den ersten drei am häufigsten genannten Kritikpunkten des Monterey liegt. Zahlreiche Fragebogen-Einsender tun dazu auf einem Beiblatt kund, dass man bei den hohen Kosten für Versicherung und Ersatzteile auch gleich einen Geländewagen einer Prestigeträchtigeren Marke fahren könnte.
Entsprechend niedrig ist die Wiederkaufquote:Nur 41,7% der Einsender würden wieder einen Monterey kaufen. Immerhin 19,3 % haben vor, sich in Zukunft den aktuellen Isuzu Trooper zu kaufen. Die restlichen 49 % wollen umsteigen. Fast zwei Drittel von ihnen wollen einen Mercedes ML kaufen oder haben ihn schon bestellt. Von den restlichen Monterey-Fahrern möchten die einen bei Opel bleiben, gehen deshalb eine Preiskategorie niedriger und steigen auf den Opel Frontera um. Die anderen wollen in der 65.000 Mark-Klasse bleiben und planen zumeist den Kauf eines Toyota LandCruiser oder Nissan Patrol GR.

Fazit:

Der seit 1999 nicht mehr angebotene Opel Monterey ist solide gebaut und zuverlässig. Letzteres gilt allerdings in erster Linie für die Benziner-Versionen. Die Dieselmotoren sind zwar sparsam, haben aber wesentlich häufiger Pannen und Startprobleme. Gut ist die Korrosionsvorsorge, schlecht die hohen Monterey-Ersatzteilpreise bei Opel, so dass viele Fahrer lieber die in der Regel günstigeren Isuzu-Werkstätten aufsuchen.