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Getarnter Japaner

Da Isuzu wie auch Opel eine Marke des  amerikanischen General-Motors-Konzerns ist, kann man den eigentlich japanischen Isuzu Campo als Opel beim Opel-Händler kaufen.
 

 


Ausgabe 12/2000

 

Der Verkaufserfolg des Opel Campo in Deutschland ist ein mäßiger. Woran liegt´s, dass der von Isuzu in Japan gebaute Pseudo-Opel regelmäßig die niedrigstenVerkaufszahlen unter den Fernost-Pickups erzielt? Keine Werbung, keine Komfortausstattung, kein Feinschliff - möchte man der Konzernzentrale entgegenrufen, wenn man es kurz machen will. Dabei sind die Anlagen grundsätzlich günstig, denn es gibt die üblichen Karosserie-Versionen und die übliche Technik.
Beim Motor hat der Isuzu-Opel sogar eine gewisse Vormachtsstellung, denn als Campo 3.1 TDS verfügt Opel über den hubraumstärksten Turbodiesel der üblichen Fernost-Pickups. Die 3,1 Liter Hubraum sind auch wirklich jederzeit zu spüren, vor allem beim Anfahren, im Gelände und beim Anhängerziehen. Der große Vierzylinder ist weniger auf den künstlichen Drehmomentschub durch den Turboladedruck angewiesen, denn er erzeugt schon von sich aus ordentlich Kraft. Wem das zuviel ist, kann den Campo notfalls auch mit einem 2,5-Liter-Diesel mit 76 PS bestellen, der das Gefährt dann auf maximal nur noch 139 km/h beschleunigt.
Die besonderen Vorteile des Campo erschöpfen sich jedoch schon mit dem Kraftschub des 3,1-Liter-Diesels von Isuzu. Wie auch bei anderen Marken bietet Opel wahlweise eine 2+2sitzige Kabine (hier namens SportsCab) oder die viertürige Doppelkabine an. Die Platzverhältnisse sind in beiden Karosserieversionen schlicht durchschnittlich. Die Inneneinrichtung ist recht karg geraten.

 

Ausstattungsfeatures beschränken sich auf das Vorhandensein von Servolenkung, Drehzahlmesser und Zeituhr. Wer Komfortausstattung mit elektrischen Helferchen sucht, wird enttäuscht, weil Opel so etwas auch gegen Aufpreis nicht liefert. Lediglich eine Klimaanlage gibt es gegen Mehrpreis (3.000 Mark).
Hausmannskost findet sich beim Allradantrieb. Dank serienmäßig manueller Freilaufnaben kann man - mit verriegelten Naben - bei jedem Tempo den Allradantrieb zuschalten. Wenn man diesen Vorteil verschenken will, ordert man automatische Freilaufnaben und muss vor dem Zuschalten anhalten. Eine Gelände-Untersetzung steigert in jeder der lieferbaren Campo-4x4-Versionen die Kraft auf schwierigem Terrain. Das Fahrwerk macht den Eindruck, dass den Verantwortlichen der Campo nicht viel Mühe wert war. Die Konstruktion folgt zwar dem in seiner Klasse üblichen Prinzip mit vorderer Einzelradaufhängung und hinterer Blattfeder-Starrachse. Aber die Abstimmung macht den Unterschied: Vorne schwingt der Campo seltsam weich, hinten hoppelt er hart, was zusammen höchst unausgewogen wirkt.
Schade auch, dass der Campo nicht mehr Zuladung (840 kg) und mehr Anhängelast (2.000 kg) verträgt. Schade ebenfalls, dass der Opel Campo auch noch verhältnismäßig teuer  ist, denn er kostet schwer erklärbare 3.000 Mark mehr als ein vergleichbarer Nissan Pickup und hat dabei weder ABS noch Airbags.